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Steuern / Einkommensteuer 
Donnerstag, 25.02.2021

Aufwendungen für Arbeitszimmer eines Unfallchirurgen

Das Niedersächsische Finanzgericht entschied, dass die Aufwendungen eines Unfallchirurgen für ein häusliches Arbeitszimmer auch dann keine Berücksichtigung als Werbungskosten finden können, wenn der Arbeitgeber das Arbeitszimmer mit einer sog. Teleradiologie ausstattet, die der Unfallchirurg im Rahmen von Rufbereitschaftsdiensten verwenden kann (Az. 1 K 292/19).

Streitig war, ob der Kläger für seine ärztliche Tätigkeit Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer als Werbungskosten geltend machen kann.

Die Klage hatte vor dem Niedersächsischen Finanzgericht keinen Erfolg. Das häusliche Arbeitszimmer des Klägers bilde nicht den Mittelpunkt seiner gesamten beruflichen Betätigung, sodass eine uneingeschränkte Berücksichtigung der Aufwendungen ausscheide. Der inhaltliche Schwerpunkt der Arbeit des Klägers als Unfallchirurg liege im Krankenhaus, weil er dort Patienten untersuche und behandele. Das Untersuchen und Behandeln von Patienten stelle das wesentliche prägende Merkmal einer ärztlichen Tätigkeit dar. Demgegenüber stellen sich die Tätigkeiten des Klägers im häuslichen Arbeitszimmer – das Sichten von Röntgen-, CT- oder MRT-Bildern, das Erfassen von Patientendaten, die Erstellung von Erstdiagnosen und die Kommunikation mit den Mitarbeitern sowie Kollegen in der Klinik -, als begleitende vorbereitende und nachbereitende Tätigkeiten dar. Dabei sei vor allem zu berücksichtigen, dass es die im häuslichen Arbeitszimmer eingerichtete Teleradiologie dem Kläger nach seinem Vortrag nicht erlaubt, selbst CT in Echtzeit von zu Hause aus am Patienten auszuführen.

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